Die digitale Betriebsprüfung durch die Finanzämter

Ein Überblick

Die Finanzverwaltung setzt die Prüfungssoftware "Win-IDEA" (Interactive Date Extraction and Analysis) ein, die von der Firma Audicon (www.audicon.net) entwickelt wurde.

Das Programm ermöglicht

  • Import einer breiten Auswahl von Datentypen.
  • Benutzerdefinierte Ansichten von Daten
  • Analyse von Daten
  • vergleichende Statistiken
  • Analyse von Mehrfachbelegungen
  • Lückeanalyse
  • Summierung und Alterstrukturanalysen
  • Suche nach Ausnahmen und Auffälligkeiten mit einfachen und komplexen Kriterien
  • Durchführung von Kalkulationen
  • Vergleich verschiedener Dateien
  • unterschiedliche Schichtungsverfahren

Die Finanzverwaltung hat in den vergangenen Jahren verschiedene Prüfmethoden entwickelt.
Als Beispiel möchte ich hierzu den Benford-Test vorstellen.

Die Prüfmethode basiert auf den Physiker Frank Benford Anfang des letzten Jahrhunderts gefundenen und Mathematik abgesicherten Sachverhalt, dass ach für Zahlenwerke in Unternehmen unter bestimmen Voraussetzungen bei Betrachtung der Anfangsziffern in Zahlenfeldern die Ziffer 1 mit 30,10% häufiger auftaucht als die Ziffer 2 (17,60%, die Ziffer 2 wiederum häufiger auftaucht als die Ziffer 3 (12,49%) usw.
Eine Abweichung von den nach Benford benannten Gesetz kann unter Berücksichtigung des Kontextes und des Datenvolumens als Indiz für eine Manipulation an dem geprüften Zahlenwerk gewertet werden. Der Prüfer ist demnach bei Abweichungen von den vorgegebenen Prüfziffern berechtigt die Buchhaltung als nicht ordnungsgemäß zu verwerfen. Ergänzend führen diese Feststellungen zur Einleitung eines steuerrechtlichen Strafverfahren.

Durch Verbuchung der uns vorgelegten Belege unter Berücksichtigung der uns erteilten Auskünfte, können wir diese Feststellung nicht treffen. Hierzu müssen die steuerrelevanten Daten in der Gesamtheit einer digitalen Analyse unterzogen werden.

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